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100-Tage-Stillstand deutlich verkürzt

Hochofen A nach 89 Tagen angeblasen

Einhundert Tage waren für die Neuzustellung vorgesehen, weitere zehn Tage für das Anblasen und Hochfahren des Hochofens. Präzises Arbeiten aller Beteiligten und perfekte Koordination haben dazu geführt, dass der neue Hochofen A schon drei Wochen vor dem veranschlagten Termin wieder in Betrieb gehen konnte.

Wer im Mai dieses Jahres die Werkstraße der Salzgitter Flachstahl zwischen Hochofen A und Kraftwerk passierte, konnte beobachten, wie dort ein neuer Unterofen entstand. Unmittelbar vor dem alten Hochofen schweißten die Mitarbeiter der Firma Pirson Montage die bis zu 70 Millimeter dicken ringförmigen "Blechschüsse" aus Ilsenburger Grobblech zusammen - im Auftrag von Danieli Corus, dem Hauptauftragnehmer für die gesamte Neuzustellung.

Herausforderungen für Technik und Logistik

Der eigentlichen Neuzustellung ging die Demontage des ausgedienten Ofengestells voraus.
Nachdem es durch eine niedrig angebrachte Bohrung, den „Sauabstich“, so weit wie möglich entleert wurde, konnte schließlich die verbliebene „Ofensau“ - etwa 160 Tonnen Roheisen - gelöscht und ausgeräumt werden.

Angesichts der zu bewältigenden Massen war die Montage des Gestells eine technische Herausforderung. Die Salzgitter Flachstahl ließ den 860 Tonnen schweren  Ofenschacht in seinem Stahlbaugerüst aufhängen und, auf diese Weise gesichert, vom Unterofen trennen.
An dessen Platz trat das neue Ofengestell; es wiegt bereits im Montagezustand - also ohne das Feuerfestmaterial im Inneren -  1080 Tonnen. Mit Hilfe einer Spezialvorrichtung wurde das aus strömungstechnischen Gründen höhere neue Gestell auf das Ofenfundament verschoben, das dafür ebenfalls erneuert und tiefer gelegt worden war. In gut 18 Metern Höhe verschweißten die Monteure schließlich das neue Gestell mit dem verbliebenen Ofenschacht.
Neuzustellung und Modernisierung in einem Zug

Die Phase der "Feuerfestzustellung", in welcher der Ofenmantel mit feuerfesten Kohlenstoffsteinen ausgekleidet wird, nutzte die Salzgitter Flachstahl, um die gesamte Hochofenanlage auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Damit ist möglichst wirtschaftliches Arbeiten auch für die Zukunft gewährleistet.

Einige Beispiele: Praktisch wartungsfreie geschlossene Kassetten ersetzen nun die offene Gestellberieselung. Ganz oder teilweise erneuert wurden unter anderem das Gasreinigungs- und Heißwindsystem, Wärmerückgewinnung, Medienversorgungsleitungen und Elektroausrüstung. Bis hin zur Leittechnik mit der Prozessvisualisierung ist die gesamte Hochofenanlage jetzt auf modernstem technischen Stand. Eine Ofenreise von fünfzehn Jahren erscheint realistisch.

Veränderungen gibt es auch im Umfeld des Hochofens: Die neuen Schlackenrinnen sind bereits für die Granulationsanlage angelegt, die zur Zeit gebaut wird; künftig wird hier Hochofensand für die Zementindustrie produziert. Auch die Gießhalle wurde im Zuge der Neuzustellung modernisiert.