Einhundert Tage waren für die Neuzustellung vorgesehen, weitere zehn Tage für das Anblasen und Hochfahren des Hochofens. Präzises Arbeiten aller Beteiligten und perfekte Koordination haben dazu geführt, dass der neue Hochofen A schon drei Wochen vor dem veranschlagten Termin wieder in Betrieb gehen konnte.
Wer im Mai dieses Jahres die Werkstraße der Salzgitter Flachstahl zwischen Hochofen A und Kraftwerk passierte, konnte beobachten, wie dort ein neuer Unterofen entstand. Unmittelbar vor dem alten Hochofen schweißten die Mitarbeiter der Firma Pirson Montage die bis zu 70 Millimeter dicken ringförmigen "Blechschüsse" aus Ilsenburger Grobblech zusammen - im Auftrag von Danieli Corus, dem Hauptauftragnehmer für die gesamte Neuzustellung.
Herausforderungen für Technik und Logistik
Der eigentlichen Neuzustellung ging die Demontage des ausgedienten Ofengestells voraus.
Nachdem es durch eine niedrig angebrachte Bohrung, den „Sauabstich“, so weit wie möglich entleert wurde, konnte schließlich die verbliebene „Ofensau“ - etwa 160 Tonnen Roheisen - gelöscht und ausgeräumt werden.
Einige Beispiele: Praktisch wartungsfreie geschlossene Kassetten ersetzen nun die offene Gestellberieselung. Ganz oder teilweise erneuert wurden unter anderem das Gasreinigungs- und Heißwindsystem, Wärmerückgewinnung, Medienversorgungsleitungen und Elektroausrüstung. Bis hin zur Leittechnik mit der Prozessvisualisierung ist die gesamte Hochofenanlage jetzt auf modernstem technischen Stand. Eine Ofenreise von fünfzehn Jahren erscheint realistisch.
Veränderungen gibt es auch im Umfeld des Hochofens: Die neuen Schlackenrinnen sind bereits für die Granulationsanlage angelegt, die zur Zeit gebaut wird; künftig wird hier Hochofensand für die Zementindustrie produziert. Auch die Gießhalle wurde im Zuge der Neuzustellung modernisiert.