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Stahl im Zeichen des Klimaschutzes

Der Konzern ist schon lange aktiv

Beitrag von Hans Fischer, Vorstand Stahl der Salzgitter AG

19.09.2007

Die Schlagworte Ressourcen – und insbesondere Energieeffizienz – sind zurzeit in aller Munde. Kein Tag vergeht, an dem nicht das Thema Klimaschutz in Nachrichtensendungen, Talkshows oder Reportagen im Mittelpunkt steht. Mal dreht es sich um die Kürzung des Emissionsbudgets im Rahmen des CO2-Zertifikatehandels. Dann wieder sind angeblich verschlafene Trends in der Automobilindustrie oder das Verbot von Glühbirnen das Thema.

Die Stahlindustrie befindet sich mittendrin in diesem unumkehrbaren Diskussions- und Entwicklungsprozess. Zum einen geht es um die CO2-Emissionen aus unseren Erzeugungsprozessen. Zum anderen muss aber insbesondere der Beitrag, der aus der Nutzung unserer Stähle zur Steigerung der Energieeffizienz bei unseren Kunden resultieren kann, im Fokus stehen.
Einsatzstoffe wie Erz und Schrott, Reduktionsmittel und Energie bestimmen die Cash-Kosten bei der Stahlerzeugung in Deutschland allein bis zu drei Viertel. Schon daraus ergibt sich zwangsläufig eine nachhaltige, ökonomische Lenkungswirkung, auf allen Unternehmensebenen Stahl möglichst ressourcensparend zu erzeugen. So wurde beispielsweise die Eiseneffizienz bis heute auf 90 Prozent gesteigert.

Werkstoff-Innovation im Automobilbereich

Aber bedeutet dies nun, dass sich die Stahlindustrie aufgrund der erzielten Erfolge in ihren eigenen Produktionsstufen der Ressourcen- und Energieeffizienzsteigerung nicht weiter verbunden fühlt? Ich sage Nein. Für uns ist die Frage der Effizienz zugleich ein Innovationsindikator. Exemplarisch möchte ich hier die fortwährenden Erfolge bei den Werkstoffinnovationen für den Automobilbereich nennen. Allein die Produktion höher- und höchstfester Stahlgüten für den Automobilbereich an unserem Stahlstandort Salzgitter leistet schon heute einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz: Wir konnten zeigen, dass die Entwicklung und Nutzung dieser Stähle gut 15 Prozent unserer prozessbedingt nicht minderbaren Produktionsemissionen wettmacht.

Stahl ist Teil der Lösung und nicht des Problems

Hier liegt eine große Chance für Stahlprodukte in der Klimaschutzdebatte. So geben unsere Entwicklungen im Bereich des endabmessungsnahen Gießens die Perspektive, für den Automobilbereich neue Stahlsorten anzubieten, die weitere Freiräume für den Karosserieleichtbau eröffnen. Hieraus wird sehr deutlich: Der Werkstoff Stahl ist im Rahmen der Klimaschutzdebatte weniger ein Teil des Problems als vielmehr zukunftsweisender Bestandteil zur volkswirtschaftlichen Steigerung von Ressourcen- und Energieeffizienz. In Zukunft werden dabei vor allem die Unternehmen die Nase vorn haben, die die Fähigkeiten und das Wissen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im Feld der Ressourceneffizienz am zielführendsten aufschließen. So zeigen unsere Betrachtungen aus Ergebnisverbesserungsprogrammen und innerbetrieblichem Vorschlagswesen, dass fast ein Drittel der Effekte im Zusammenhang mit Ressourcen- und Energieverbrauch steht.

Nötig ist die Vernetzung von Produkten und Prozessen

Die Bewältigung des Klimawandels ist nur durch die wissensbasierte Vernetzung von Prozessen und Produkten zielführend. Hysterie und das Schüren von Ängsten jedenfalls lösen das Problem nicht. Aber auch zu eindimensionale Ansätze, wie ein Beschneiden hoch effizienter Produktionen durch den Emissionshandel, werden uns dem gewünschten Ziel nicht näher bringen. Eine globale Chance haben wir nur, wenn wir mit technisch intelligenten Lösungen den aufstrebenden Volkswirtschaften die erforderlichen Handreichungen bieten, ihr Wirtschaftswachstum ressourcen- und energieeffizient zu gestalten.