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Wärmebehandelbare Stähle: Keine Kompromisse bei den Eigenschaften – hart und zäh zugleich

Die Wärmebehandlung von Stahl hat eine lange Tradition. Dabei lassen sich die gewünschten Bauteileigenschaften vielfach erst durch weitere Wärmebehandlungen außerhalb von Stahlwerk und Warmbreitbandstraße bei der eigentlichen Bauteilherstellung erreichen. Hierbei ist der Fokus auf das gezielte Einstellen der mechanisch technologischen Eigenschaften wie hohe Streckgrenze und Zugfestigkeit, Dauer- und Verschleißfestigkeit sowie Zähigkeit durch die Wärmebehandlung gerichtet.

Produktportfolio

Das Programm der wärmebehandelbaren Stähle der Salzgitter Flachstahl ist weit aufgefächert. Es umfasst klassische Einsatz- und Vergütungsstähle, legierte Kohlenstoffstähle sowie presshärtbare Stähle für Sonderanwendungen (wie z. B. Strukturteile in der PKW-Karosserie).

Diese Gruppe besteht wiederum aus den borlegierten Vergütungsstählen (22MnB5, 26MnB5) mit höchsten Festigkeiten im gehärteten Zustand sowie aus den Mangan/Chrom legierten lufthärtbaren Stählen (wie etwa die Salzgitter Flachstahl – Entwicklung LH®800/900). Wie der Name schon sagt, können diese Stähle, in ruhender Luft abgekühlt, sehr hohe Zugfestigkeiten von über 900-1000 MPa bei einer Bruchdehnung von mehr als 13 % (am Bauteil für LH®900) erreichen. Der Vorteil dieser Stähle: Sie sind hochfest, aber unempfindlich gegenüber den Beanspruchungen. Dabei können die Formgebung und Vergütung getrennt in eigenständigen Arbeitsschritten durchgeführt werden. Je nach vorhandener Prozesslandschaft ergibt sich daraus eine höhere Flexibilität in der Fertigung. Die lufthärtbaren Stähle LH®800/900 wurden in den letzten drei Jahren gemeinsam mit einem Kunden entwickelt und qualifiziert und befinden sich mittlerweile in der Serienanwendung.

Profit mit Warmbändern aus Salzgitter

23.06.2010

Nicht nur das Legierungskonzept beeinflusst stark die Bauteil- und Materialeigenschaften. Im Herstellungsprozess beginnt bereits beim Warmwalzen der Einfluss auf spätere Bauteilgeometrien. Ein markantes Merkmal von Warmbändern aus Salzgitter ist das Einhalten sehr enger geometrischer Toleranzen. Davon profitieren die Kunden.

Zum Beispiel: Durch das Einschränken der Dickentoleranz von 50 auf 20 Prozent der Norm wird die nutzbare Bandlänge erhöht. Bei einem 3 mm dicken und 1200 mm breiten 20 t Coil liegt dieser Zuwachs bei ca. 4 Prozent der Ausgangsbandlänge. 

Erreicht wird dies durch CVC-Walzen (Continuous Variable Crown) in der Warmbreitbandstraße. Diese Art der Arbeitswalzen besitzt einen S-förmigen Konturschliff. Darüber hinaus können sie im Walzgerüst beim Walzen gezielt angestellt werden. Mit Hilfe einer hydraulischen Vorrichtung werden die Walzen hierfür in der Arbeitsposition gebogen und axial verschoben. Das Resultat: eine geringe Bombierung mit einem sehr flachen Profilquerschnitt des Warmbandes – eine entscheidende Voraussetzung für die Weiterverarbeitung des Materials durch Kaltwalzen bis hin zur Fertigung hochpräziser Bauteile. Die geforderten Materialeigenschaften werden je nach Stahlgüte in der Weiterverarbeitung z. B. bei unseren Re-Roller-Kunden durch zum Teil mehrfaches Kaltwalzen und Glühen auf den jeweiligen Anwendungsfall gezielt angepasst.

Einsatzstähle
nach DIN EN
10084
Vergütungsstähle


Sonderanwendungen


                    


Presshärtbare Stähle
Lufthärtbare
Stähle
Mangan Chrom
legiert
16MnCr5
20MnCr5


Mangan Bor legiert
in Anlehnung an DIN EN
10083-3
22MnB5  24MnB5
26MnB5  30MnB5
34MnB5  36MnB5
Mangan Bor legiert
in Anlehnung an DIN EN 10083-3
22MnB5
als Warm- und Kaltband nach
SZFG Werkstoffblatt 11-112

Kohlenstoff legiert
C10E
C15E
C16E




Kohlenstoff legiert
nach DIN EN 10083-1 nach DIN EN 10132-4
(10/96)
C22 C67S
C35 C75S
C45 C80
C55
C60



Chrom legiert
in Anlehnung an DIN EN 10083-1
42CrMo4
in Anlehnung an DIN EN 10083-3
58CrV4
nach DIN EN 10132-4
51CrV4
34CrMo4
50CrMo4

Chrom legiert
SZFG Werkstoffblatt 3.15-3
LH®800
LH®900