Das im Jahr 2008 gestartete HI-PAT-Projekt endete Ende Mai 2012 (s. auch Artikel „HI-PAT – die Fortsetzung: Eine neue Generation von Dualphasenstählen“ von 2010). Der Name HI-PAT bezeichnet die Entwicklung einer hochintegrierten Profilbaukastenfamilie für den Automotive- und Transportsektor aus höher- und höchstfesten Mehrphasenstählen mit belastungsangepassten Blechdickenverläufen. Es wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten WING Programms (Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft) bearbeitet und durch den Projektträger Jülich (PtJ) betreut.
Das Institut für Konstruktionstechnik der TU Braunschweig entwickelte im Rahmen des Projektes eine Konstruktionsmethodik für flexibel gewalzte, rollprofilierte Bauteile. Diese Konstruktionsmethodik, bestehend aus Konstruktionskatalogen, einem Auslegungstool und Konstruktionsregeln, wurde direkt bei der Auswahl und Ausgestaltung des Demonstrators durch die Schmitz Cargobull AG angewandt. Das konstruierte Bauteil konnte seitens Welser Profile Deutschland GmbH als reales Demonstratorbauteil auf einer Serienprofilieranlage umgesetzt werden.
In einem weiteren Arbeitspaket bearbeitete das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen der TU Darmstadt dabei die Thematik der Rollprofilierung von flexibel gewalzten Werkstoffen aus wissenschaftlicher Sicht in Hinblick auf zukünftige Serienanwendungen.
Das im Projekt benötigte Ausgangsmaterial wurde von der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH entwickelt, von der Salzgitter Flachstahl erzeugt und von der Mubea Tailor Rolled Blanks GmbH als flexibel gewalzten Dualphasenstahl bereitgestellt. Dieser Dualphasenstahl zeichnet sich unter anderem durch eine reduzierte Kantenrissneigung aus.