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I-Stahl

Zukunftsorientierter Leichtbau in der Fahrzeugindustrie mit I-Stahl

Um den Kraftstoffverbrauch und damit auch den Kohlendioxid-Ausstoß bei PKWs zu senken, gewinnen Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung im Fahrzeugbau immer mehr an Bedeutung.
Insbesondere die Verringerung der Blechdicken im Bereich der Rohkarosserie kann einen maßgeblichen Anteil bei der Bewältigung dieser Aufgabe leisten.
Die Aufrechterhaltung von Karosseriestabilität und Insassensicherheit macht in diesem Fall die Verwendung von Feinblechsorten mit höherer Festigkeit erforderlich.

Die speziell für diesen Einsatzfall entwickelten höherfesten Isotrope Stähle (I-Stähle) der Salzgitter AG zeichnen sich durch ein hervorragendes Umformverhalten bei gleichzeitig hoher Festigkeit aus. So können mit den höherfesten I-Stählen sowohl anspruchsvolle Innenteile als auch großflächige Außenhautteile hergestellt werden.

Die Potenziale, die hinsichtlich der Gewichtseinsparung durch eine Blechdickenreduzierung möglich sind, wurden in umfangreichen Untersuchungen einschließlich FEM-Simulationen (Finite-Element- Methode) nachgewiesen.
FEM-Simulationen bieten bereits vor der Herstellung der Teile die Möglichkeit, die Werkstoffeignung hinsichtlich der Verarbeitungseigenschaften und Bauteileigenschaften rechnerisch zu ermitteln.
Hier ergaben sich für verschiedene Bauteile mögliche Blechdickenreduzierungen gegenüber einem konventionellen Tiefziehblech von 10 - 20% im üblichen Blechdickenbereich (0,70 - 0,90 mm) bei gleichen Festigkeitseigenschaften.
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Umformverhalten

Das hervorragende Umformverhalten der I-Stähle wird durch das besondere Fließverhalten erreicht. Dieses zeichnet sich durch ein gleichmäßiges Fließen unabhängig von der Lage zur Walzrichtung aus (isotropes Fließen). Für die Herstellung rotationssymmetrischer Bauteile bedeutet dies, dass die von der Verwendung konventioneller Tiefziehbleche bekannte Zipfelbildung, die zu einer ungleichmäßigen Wanddickenverteilung führt, beim I-Stahl nicht auftritt.

Die Aufhebung der orientierungsbedingten Beeinflussung des Fließens führt zu einer Verbesserung des Umformverhaltens bei diesen höherfesten Stahlfeinblechsorten. Insbesondere flach gewölbte Außenhautteile lassen sich aufgrund des isotropen Fließverhaltens hervorragend ausstrecken, was zu einer hohen Verfestigung während des Umformprozesses führt.

Die Eigenschaften des I-Stahls lassen sich wie folgt beschreiben:

  • Hohe garantierte Mindeststreckgrenzen von 220, 260, 300 oder 340 MPa
  • Hohe Plastizität im Umformprozess
  • Hohe Dehnungswerte
  • Daraus resultierend eine große Verfestigung
  • Uneingeschränkte Außenhautfähigkeit
  • Geringe Streuungen bei den mechanischen Kennwerten
  • Lieferbar als Kaltfeinblech, elektrolytisch verzinktes Band, feuerverzinkt und/oder organisch beschichtet
  • Sehr gute Schweißbarkeit
  • Uneingeschränkte Rohbaufähigkeit

Bei der Verarbeitung von I-Stahl können alle bekannten Techniken beim Pressen, Fügen und Lackieren weiterhin benutzt werden.

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Herstellung und Veredelung

Nach dem Sauerstoffblasprozess im Konverter wird der I-Stahl in der Sekundärmetallurgie einer Legierungsbehandlung unterzogen. Hierbei erfolgt eine definierte Mikrolegierung mit Titan. Die im Stranggussverfahren erzeugten Brammen werden in der Warmbreitbandstraße auf die technologisch erforderliche Warmbanddicke gewalzt. Ein besonders wichtiger Verfahrensschritt ist die Einstellung der exakt definierten Warmwalz- und Haspeltemperaturen.

Durch Vorgabe eines individuell abgestimmten Kaltwalzgrades wird in der Kaltwalzstraße aus dem Warmbreitband das walzharte Vorprodukt für den I-Stahl erzeugt. Das erforderliche Rekristallisationsglühen zum höherfesten und gut umformbaren Werkstoff wird in der Wasserstoff- Hochkonvektionsglühe durchgeführt. Die Energie wird durch Wasserstoff übertragen, wodurch eine schnelle und gleichmäßige Durchwärmung erzielt wird.
Beim anschließenden Dressiervorgang wird auf dem Band eine definierte Oberflächenrauheit erzeugt. I-Stahl wird mit PRETEX®-Oberflächenstruktur geliefert.

Der I-Stahl kann zusätzlich dem gewünschten Verwendungszweck entsprechend mit einem Korrosionsschutz versehen werden. Neben einer einseitig oder beidseitig aufgebrachten elektrolytischen Verzinkung stehen Passivierungsmöglichkeiten durch Phosphatieren bzw. verschiedene organische Beschichtungen zur Verfügung, die den Korrosionsschutz nochmals steigern. Eine Variante in feuerverzinkter Ausführung wurde neu entwickelt.

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Lieferform

Diese Feinblechstahlsorten mit höherer Festigkeit und isotropen Umformeigenschaften werden als kaltgewalztes Feinblech in einem Dickenbereich ≥ 0,50 mm ≤ 2,50 mm1) in den Oberflächenarten A und B geliefert.

Die isotropen Stahlsorten sind mit elektrolytischer Verzinkung im Dickenbereich von ≥ 0,50 mm ≤ 2,00 mm2) in den Oberflächenarten A und B lieferbar.

Die isotropen Stahlsorten sind mit feuerverzinkter Verzinkung im Dickenbereich von ≥ 0,50 mm ≤ 2,00 mm, nach gesonderter Vereinbarung, in den Oberflächenarten MB und MC lieferbar.

An Kaltwalzer (Reroller) wird diese Stahlsortenfamilie als Warmband geliefert. Die Kaltwalzund Glühbedingungen sind bei der Bestellung zu vereinbaren.

Die Bandbreite richtet sich nach der Blechdicke und beträgt maximal 1860 mm.

1) Liefermöglichkeiten bis 3,00 mm nach besonderer Vereinbarung
2) Liefermöglichkeiten bis 2,50 mm nach besonderer Vereinbarung

Erschmelzungsart

Der Stahl wird nach dem Sauerstoffblasverfahren im Konverter erschmolzen und in der
Sekundärmetallurgie einer Legierungsbehandlung unterzogen.

Der Stahl ist aluminiumberuhigt und erreicht seine hohe Streckgrenze durch die definierte
Zugabe von Titan.

Verwendung

Die isotropen Stahlsorten zeichnen sich durch ein hervorragendes Umformverhalten bei gleichzeitig hoher Festigkeit aus und können für schwierige kalt umzuformende Bauteile verschiedener Konstruktionen, sowohl für anspruchsvolle Innenteile als auch großflächige Außenhautteile, eingesetzt werden. Durch die Isotropie ist ein gleichmäßiges Fließen unabhängig von der Lage zur Walzrichtung gewährleistet.

Bei rotationssymmetrischen Pressteilen zeigen selbige auf Grund des quasi-isotropen Umformverhaltens keine Zipfelbildung. Es kommt zu keiner unregelmäßigen Wanddickenverteilung bzw. lokalen Ausdünnung. Die isotropen Stahlsorten dienen vor allem zur Herstellung von:

  1. Kaltpressteilen
  2. großflächigen Karosserieteilen
  3. Kaltprofilen.

Die Potentiale, die hinsichtlich der Gewichtseinsparung durch eine Blechdickenreduzierung möglich sind, wurden in umfangreichen Untersuchungen einschließlich FEM-Simulation (Finite-Element-Methode) nachgewiesen.
Der Verarbeiter dieser Stahlsorten muss sich davon überzeugen, dass seine Berechnungs-, Konstruktions- und Verarbeitungsverfahren werkstoffgerecht sind. Die angewendete Umformtechnik muss sich für den vorgesehenen Verwendungszweck eignen und dem Stand der Technik entsprechen.

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Schweißen

Die I-Stähle sind bei Beachtung der allgemeinen Regeln der Technik nach allen elektrischen Verfahren sowohl von Hand als auch maschinell schweißbar. In der Wärmeeinflusszone treten keine Versprödungen auf. Ein Vorwärmen ist nicht erforderlich. Als Schweißzusatzwerkstoffe werden weiche Drähte und Elektroden empfohlen. Bei der Auswahl der Schweißzusatzwerkstoffe sind die Vorschriften der jeweiligen Hersteller zu beachten.

Oberflächenveredelung

Die I-Stähle werden in elektrolytisch verzinkter Oberflächenausführung entsprechend DIN EN 10152 sowie als bandbeschichtetes Material geliefert.
I-Stähle sind auch in feuerverzinkter Ausführung  entsprechend DIN EN 10292 lieferbar. 
Weitere Informationen sind dem Salzgitter Flachstahl Werstoffblatt 11-110 zu entnehmen.

Prüfbescheinigungen

Der Nachweis der Güteeigenschaften erfolgt nach DIN EN 10204 (DIN 50049).

Lieferung

Für die Lieferung gilt unser Lieferprogramm für Abmessungen, Ausführung und Bestellmenge.
Unsere Publikation zum Thema 'I-Stahl' können Sie nachfolgend als pdf-Dokument herunterladen
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