Schweißbare organische Beschichtungen
Verbesserter Korrosionschutz
Vorbeschichtete Feinbleche
für die Automobilindustrie
Korrosionsgeschützte Stahlfeinbleche leisten für die Fahrzeugsicherheit, den Umweltschutz und die Wirtschaftlichkeit einen erheblichen Beitrag:
- Der Korrosionsschutz in Karosseriehohlräumen, Falzen und Flanschen wird erheblich verbessert und vergrößert somit die Werterhaltung der Fahrzeuge. Dadurch werden die Gebrauchsdauer und die Recyclingintervalle deutlich verlängert. Dies ist um so wichtiger, je geringer die eingesetzten Blechdicken sind, z. B. bei höherfesten Stahlsorten.
- Durch den verbesserten Korrosionsschutz bei sicherheitsrelevanten Baugruppen bleibt die Fahrzeugsicherheit über die gesamte Gebrauchsdauer des Fahrzeuges erhalten.
Schweißbare organische
Beschichtungen
Die Kombination von metallischen Überzügen mit organischen Beschichtungen führt zu Verbundwerkstoffen mit neuartigen Eigenschaften. Sie verbinden die kathodische Schutzwirkung der Zinküberzüge mit der Barrierewirkung, Abriebfestigkeit, Elastizität und den Gleiteigenschaften organischer Beschichtungen.
Damit sind diese „Duplex-Systeme“ hervorragend geeignet, die Anforderung der Automobilindustrie nach einer Weiterentwicklung der Korrosionsschutzkonzepte zu erfüllen.
Verringerung der Fertigungstiefe
Stahlfeinbleche mit schweißbaren organischen
Beschichtungen ermöglichen es, auf
aufwendige Prozessschritte wie Hohlraumkonservierungen
und Nahtabdichtung zu
verzichten oder in Verbindung mit sekundären
Korrosionsschutzmaßnahmen die
Garantiezusage gegen Durchrostung
erheblich auszuweiten.
Folgende Vorteile stehen im Vordergrund:
-
Verringerung der Fertigungstiefe der
Automobilhersteller durch Entfall von
kostenintensiven und umweltbelastenden
Fertigungsschritten.
-
Einsparung der kathodischen Tauchlackierung
(KTL) für Service- und Kundendienstteile
bei Einsatz von schweißbaren
Grundierungen (KTL-Ersatzsystem).
-
Ausweitung der Garantiezusage gegen
Durchrostung, die von Karosseriehohlräumen
und Blechdoppelungen ausgeht.
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Herstellung und technische Daten
Applikation der organischen Funktionsschichten im Coil-Coating-Verfahren
Die Applikation der organischen Funktionsschichten erfolgt bereits beim Stahlhersteller im Bandbeschichtungsverfahren (Coil-Coating). Diese Technologie ermöglicht es, verzinktes Stahlfeinblech vor dem Form- und Fügeprozess in engen Toleranzen zu beschichten und damit Fertigungsschritte vom Verarbeiter zum Stahlhersteller zu verlagern.
Als Trägerwerkstoff für organische Beschichtungen kommen je nach Anwendung alle gängigen Stahlsorten und Abmessungen elektrolytisch oder feuerverzinkter Stahlfeinbleche zur Anwendung.
In einem kontinuierlichen Anlagendurchlauf
wird die Metalloberfläche gereinigt,
chemisch vorbehandelt und im Walzenauftragsverfahren
mit dem flüssigen
organischen Trägersystem beschichtet.
Eine anschließende Vernetzung findet im
Einbrennofen statt.
Da die Beschichtung direkt am ebenen,
verzinkten Stahlband erfolgt, sind intensive
Reinigung und Vorbehandlung möglich, die
ansonsten beim Automobilhersteller
aufwendige Spritz- und Tauchprozesse
erfordern würden.
Das Auftragen mit einem Walzensystem
ergibt sehr gleichmäßige, dichte und
porenfreie Beschichtungen bei relativ
geringen Schichtdicken und hoher
Ergiebigkeit des Beschichtungsstoffes.
Ökologischen Gesichtspunkten kann durch
Verlagerung der Beschichtungsprozesse
auf den Stahlhersteller leichter Rechnung
getragen werden, da die Beschichtungsstoffe
effizienter und umweltschonender
eingesetzt werden.
1 Qualitätskontrolle der Lackzusammensetzung
2 Schichtdickenmessung mittels Röntgenfluoreszenzanalyse
3 Eingangsprüfung der Lackviskosität
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Schweißbare Dünnfilmbeschichtungen
Schweißbare Dünnfilmbeschichtungen wie
Bonazinc 3000® und Granocoat ZE®
basieren auf zinkpigmentierten Epoxidharzsystemen,
die im kontinuierlichen
Bandbeschichtungsverfahren mit einer
Schichtdicke von 2 bis 4 μm auf vorbehandelte
verzinkte Feinbleche aufgebracht
werden.
Schweißbare Grundierungen (KTL-Ersatzsysteme)
Schweißbare Grundierungen wie Zincroplex Black® basieren auf einem Zweischichtsystem aus einer speziellen Vorbehandlung und einer Polyestergrundierung, die mit leitfähigen Eisenlegierungsteilchen pigmentiert ist. Das System besitzt eine Gesamtschichtdicke von ca. 13 μm.
Gebrauchs- und Verarbeitungseigenschaften
Kathodische Tauchlackierung
Verbesserter Korrosionsschutz in Hohlräumen, Falzen und Flanschen
Verbesserter Korrosionsschutz
durch Schweißbare organische
Beschichtungen
Durch anlagenbedingte Unterschiede bei der Beschichtung im Automobilwerk ist es wesentlich schwieriger, die Hohlräume im Bereich von Falzen und Flanschen im gleichen Maße wie die restlichen Bereiche der Karosserie zu beschichten. Daher ist es notwendig, diese Bereiche nach der vollständigen Lackierung der Karosse durch sekundäre Korrosionsschutzmaßnahmen zu schützen.
Organisch beschichtete Feinbleche zeigen im Flansch- und Hohlraumbereich einen deutlich erhöhten Korrosionschutz und leisten somit einen wichtigen Schutz vor Durchrostung, da sie auch ohne sekundäre Schutzmaßnahmen die Bildung von Rotrost verhindern.
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Hervorragendes Umformverhalten
Umformtechnisch schwieriges
Ziehteil
Die guten Gleiteigenschaften organischer Beschichtungen stellen beim Tiefziehen eine wertvolle Umformhilfe dar. Sie führen dazu, dass sich, ähnlich wie bei phosphatierten Oberflächen, ein gleichmäßiger niedriger Reibwert einstellt, der das Einfließen des Bleches in das Tiefziehwerkzeug erleichtert.
Durch die verbesserten tribologischen Bedingungen zeigen die Beschichtungen im Vergleich zu Zinkoberflächen beim Tiefziehen eine deutliche Erweiterung des Arbeitsbereiches und eine Verschiebung des Grenzziehverhältnisses zu höheren Werten.
Als Arbeitsbereich wird beim Tiefziehen
der Bereich bezeichnet, in dem sich ein
Pressteil fehlerfrei, d. h. ohne die Entstehung
von Falten oder Reißern, tiefziehen
lässt. Durch die guten Gleiteigenschaften
lassen sich auch umformtechnisch schwierige
Ziehteile herstellen.
Gute Schweißeignung
Schematische Anordnung beim
Widerstandspunktschweißen
Stahlfeinbleche mit Dünnfilmbeschichtungen oder Grundierungen lassen sich nach allen gängigen Schweißverfahren, wie Widerstandspunktschweißen, Bolzen- und Buckelschweißen, Metall-Aktivgasschweißen und Laserstrahlschweißen, verarbeiten.
Beim Widerstandspunktschweißen der leitfähig pigmentierten Beschichtungen wird der erforderliche Mindestpunktdurchmesser bei einem niedrigeren Schweißstrom als bei verzinkten Oberflächen erreicht. Zusätzlich vergrößert sich der Schweißstrombereich.
Alternative Fügeverfahren
Organische Beschichtungen zeichnen sich nicht nur durch ihre Schweißeignung aus, sie lassen sich auch mit allen anderen Fügeverfahren hervorragend verarbeiten. Aufgrund der guten Benetzbarkeit von organischen Beschichtungen und der günstigen Oberflächenstruktur verbessern sich die Beständigkeit und das Haftvermögen der Klebverbindungen gegenüber der reinen Zinkoberfläche.
Mechanische Fügeverfahren, wie Durchsetzfügen und Stanznieten, sind alternative Fügeverfahren zur Realisierung von modernen Fahrzeugkonzepten, insbesondere von Mischbaukarosserien aus vorbeschichteten Feinblechen. Untersuchungen von mechanisch gefügten, organisch beschichteten Blechen in Kombination mit dem Einsatz von Klebstoffen haben gezeigt, dass die dynamischen Bauteileigenschaften verbessert werden können.