Der Verarbeiter dieser Stahlsorten muss sich davon überzeugen, dass seine Berechnungs-, Konstruktions- und Verarbeitungsverfahren werkstoffgerecht sind. Die angewandte Umformtechnik muss sich für den vorgesehenen Verwendungszweck eignen und dem Stand der Technik entsprechen. Sie ist von grundlegender Bedeutung für das Verarbeitungsverhalten dieser Stähle.
Diese Stähle lassen sich durch Biegen, Bördeln, Kaltflanschen und Abkanten in Längs- und Querrichtung hervorragend kaltumformen. Dabei sollten die unten aufgeführten Biegeradien nicht unterschritten werden.| Europa | Werkst.-Nr. | D | GB | Salzgitter Flachstahl |
FK1) |
|---|---|---|---|---|---|
| EN 10149-3 | SEW 092 | BS 1449 Sec. 1.4 | |||
| S260NC | 1.0971 | QStE 260 N | - | PSQ 26 (SB 26 Q) | A |
| S315NC | 1.0973 | - | HR 40/30 | SB 32 Q | A |
| S355NC | 1.0977 | QStE 340 N | HR 43/35 | SB 36 Q | B |
1) FK = Festigkeitsklasse, siehe Abmessungen
| Sorte | C | Si | Mn | P | S1) | Altotal2) | Nb3) | V3) | Ti3) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| max. | max. | max. | max. | max. | min. | max. | max. | max. | |
| S260NC | 0,16 | 0,50 | 1,20 | 0,025 | 0,020 | 0,015 | 0,09 | 0,10 | 0,15 |
| S315NC | 0,16 | 0,50 | 1,40 | 0,025 | 0,020 | 0,015 | 0,09 | 0,10 | 0,15 |
| S355NC | 0,18 | 0,50 | 1,60 | 0,025 | 0,015 | 0,015 | 0,09 | 0,10 | 0,15 |
1) Falls bei der Bestellung vereinbart, beträgt der Schwefelgehalt maximal 0,010%.
2) Der Mindestwert für den Gehalt an Altotal gilt nicht, wenn ausreichende Gehalte an stickstoffabbindenden Elementen vorhanden sind.
3) Die Summe von Nb, V und Ti darf 0,22 % nicht überschreiten.
| Sorte | Min. Streckgrenze | Zugfestigkeit | Min. Bruchdehnung [%]2) | |
|---|---|---|---|---|
| MPa | MPa | L0 = 80 mm e2) < 3 |
L0 = 5,65 √S0 e2) ≥ 3 | |
| S260NC | 260 | 370 - 490 | 24 | 30 |
| S315NC | 315 | 430 - 550 | 22 | 27 |
| S355NC | 355 | 470 - 610 | 20 | 25 |
| Sorte | Empfohlener kleinster Biegehalbmesser für Biegewinkel ≤ 90°1) | ||
|---|---|---|---|
| e ≤ 3 | 3 < e1) < 6 | e > 6 | |
| S260NC | 0,25 e | 0,5 e | 1,0 e |
| S315NC | 0,25 e | 0,5 e | 1,0 e |
| S355NC | 0,25 e | 0,5 e | 1,0 e |
1) e = Nenndicke in mm
Diese Stähle lassen sich nach allen bekannten Schweißverfahren sowohl von Hand als mit dem Automaten einwandfrei schweißen. Die Güte der Schweißverbindung hängt jedoch vom Schweißverfahren, den Schweißbedingungen und der Wahl der richtigen Schweißzusatzwerkstoffe ab. Als Schweißzusatzwerkstoffe sind die diesen Festigkeitsgruppen entsprechenden zugelassenen Schweißdrähte bzw. Elektroden zu verwenden. Für das Handschweißen werden Elektroden mit kalkbasischer Umhüllung empfohlen.
Vorwärmen vor dem Schweißen oder vor dem Brennscheiden ist im Allgemeinen nicht nötig. Bei Außentemperaturen unter +5 °C sollte auf etwa 150 °C vorgewärmt werden, desgleichen bei Blechdicken ≥ 12,5 mm.
Anschließendes Normal- oder Spannungsarmglühen ist nur dann erforderlich, wenn es in Vorschriften verlangt wird oder Betriebs- und Fertigungsbedingungen einen Abbau der Schweißeigenspannungen zweckmäßig erscheinen lassen. Über diese Angaben hinaus sind die Richtlinien für die Verarbeitung schweißbarer Feinkornbaustähle gemäß Stahl- Eisen-Werkstoffblatt 088 zu beachten.
Für die Lieferung und Prüfung gelten die Bedingungen der EN 10149 Teil 3. Die Erzeugnisse werden im normalisierend gewalzten Zustand geliefert.
Prüfbescheinigungen gemäß DIN EN 10204 können wie folgt mitgeliefert werden: EDV, DFÜ, Fax, E-Mail, Papier.