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Sondergüte zum Innenhochdruckumformen S320IHU

Ausgabe 11/2004
Verwendung
Die mechanischen Eigenschaften der Werkssondergüte S320IHU liegen zwischen denen der Stahlsorten S275JRC und S355JRC nach EN 10025-2. Sie zeichnet sich durch hervorragende Fließeigenschaften und eine besonders gute Eignung zum Hochfrequenzschweißen aus. Dieser Stahl wurde speziell für das Innenhochdruckumformen entwickelt und ermöglicht durch sein exzellentes Umformvermögen das Erreichen einer hohen Endfestigkeit am fertigen Bauteil.
Lieferform
Der Stahl wird als Warmband in Nenndicken von 2,0 bis 7,0 mm in Breiten gemäß dem Salzgitter Flachstahl-Lieferprogramm erzeugt.
Erschmelzungsart
S320IHU wird im Sauerstoffaufblasverfahren als Feinkornstahl erschmolzen.
Chemische Zusammensetzung in Gewichtsprozent [%] (Schmelzenanalyse)

Sorte C Si Mn P S Altotal
  max. max. max. max. max. min.
S320IHU 0,18 0,20 1,25 0,020 0,010 0,015
Mechanische Eigenschaften

Sorte Obere Streckgrenze ReH1) Zugfestigkeit Rm1) Bruchdehnung1) A5/A80
  MPa MPa %
S320IHU 320 - 400 440 - 520 ≥ 272) / ≥ 323)/

1) Die angegebenen Werte gelten für Längsproben.
2) Dicke < 3,0 mm
3) Dicke ≥ 3,0 mm
Innenhochdruckumformen
Das Warmband wird in Ringe gespalten, diese Ringe werden in Längsrichtung zu einem Rohr gebogen und mittels Hochfrequenzschweißen verschweißt. Anschließend wird das Rohr in Abschnitte zerteilt und eventuell vorgebogen. Diese Werkstücke werden in eine aus zwei Teilen bestehende Form gelegt. Die Form wird geschlossen und die Rohrenden mit zwei axialen Stempeln abgedichtet. Die Stempel sind als Hohlstempel ausgeführt, durch deren Bohrung eine Wasser-Öl-Emulsion das Rohr füllt und den erforderlichen Innendruck aufbaut.
Bei der Umformung pressen die beiden axialen Stempel mit einer hohen Kraft gegen die Rohrenden, während gleichzeitig die Emulsion (mit bis zu 4.000 bar) die Wand des Rohres gegen die Form des Werkzeugs drückt.
Mit der Innenhochdruckumformtechnologie werden hoch genaue Bauteile hergestellt bei äußerst präziser Wiederholgenauigkeit. Durch belastungsoptimierte Bauteilgestaltung und Nutzung der Kaltverfestigung sind Gewichtsreduzierungen möglich. Die Reduzierung der Teilezahl sowie der Entfall von Schweißnähten bieten darüber hinaus Kosten- und Fertigungsvorteile.
Anwendungsbeispiele
IHU-Teile werden als Hinterachsträger und Querlenker, als Trägerbaugruppen der Karosserie (Säulen, Schweller, Dachrahmen) sowie als Krümmer und Vorrohre in Abgasanlagen eingesetzt.
Ausführung
       
ungebeizt ungebeizt gebeizt gebeizt
unbesäumt besäumt unbesäumt besäumt
    ungeölt oder geölt ungeölt oder geölt
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