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Lean und Green: Logistik bei der Salzgitter Flachstahl

24.02.2016

Lean und Green: Logistik bei der Salzgitter Flachstahl

Schneller, schlanker, sauberer – die Logistik des zweitgrößten Stahlherstellers in Deutschland – der Salzgitter Flachstahl – setzt bei der Optimierung der Unternehmensprozesse auf Exzellenz, Effizienz und Ressourcenschonung gleichermaßen. Bereits 2006 setzte man sich das Ziel, die transportbedingten Emissionen von CO2-Äquivalenten (CO2e) bis zum Jahr 2020 um mindestens 20% zu senken. Der Hebel zur nachhaltigen Senkung der Emissionen heißt dabei, Verschwendung von Ressourcen zu vermeiden. Kosten- und umweltbewusstes Handeln gehen Hand in Hand.
 
Unter dem Motto „Lean und Green“ haben die Logistikexperten der Salzgitter Flachstahl ein konsequentes Maßnahmenpaket entwickelt und umgesetzt. Sonderfahrten wurden reduziert, Ladungen kombiniert und Transporte auf die Bahn verlagert. Auch der bevorzugte Einsatz von emissionsarmen LKW wurde in Zusammenarbeit mit den Spediteuren verabredet.
 
Aber die Logistiker der Salzgitter Flachstahl taten noch mehr; viele unnötige Aufwendungen entstehen erst als Folge von Intransparenz, schlechter Abstimmung und Wartezeiten im Vorfeld der eigentlichen Logistikleistung. Elementar war daher die Veränderung im Selbstverständnis der Logistik: weg vom Transport-, Lager- und Umschlagsdienstleister hin zum aktiven Prozessmanager entlang der gesamten Supply Chain. Von der Bestellung bis zur Anlieferung wurden sämtliche Prozesse durch die Logistik analysiert, standardisiert und weitestgehend automatisiert. Mittels adaptiv entwickelter Software sowie der Vernetzung aller internen IT-Systeme aber auch der zu Kunden und Dienstleistern stehen den Mitarbeitern in der Logistik der Salzgitter Flachstahl heute alle entscheidungsrelevanten Informationen in Echtzeit zur Verfügung. Die intelligenten Systeme visualisieren dabei Felder mit Handlungsbedarf, so dass heute erheblich mehr Volumen schneller, stabiler und zuverlässiger abgewickelt wird. Am Ende stehen nicht nur Dispositionen für Kosten- und CO2e-optimierte Verkehre, sondern Echtzeit-Informationen für alle Prozessteilnehmer. Die Informationen stehen Vertrieb und Kunden gleichermaßen über eine Plattform zur Verfügung, so dass auch Reklamationen und Nachfragen deutlich reduziert werden konnten.
 
Um den Zeitnachteil von Bahntransporten gegenüber dem LKW zu reduzieren, baute die Logistik der Salzgitter Flachstahl ein eigenes Netzwerk regelmäßig fahrender Züge auf, Salzgitter-Logistik-Train (SLoT) genannt. Im Gegensatz zum üblichen Einzelwagenverkehr mit Laufzeiten von mehreren Tagen werden im SLoT-System heute Transportdauern im Bereich von 24 Stunden erreicht. Das Coil wird dadurch auf einem Waggon mit geringeren CO2e-Emissionen transportiert als auf einem LKW.
 
Bei der Vielzahl der seit 2006 ergriffenen Maßnahmen fehlte es bislang an einer entsprechenden Bewertungsmethodik zur Quantifizierung der Erfolge. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Fulda wurde daher ein Berechnungsmodell zur Ermittlung der CO2e-Emissionen erstellt. Dieses orientiert sich an der erst 2014 veröffentlichten Norm EN 16258. Salzgitter Flachstahl ist dadurch bei der Anwendung dieser Norm eines der ersten Unternehmen, das den Erfolg seiner Nachhaltigkeitsstrategie in der Logistik auf dieser Basis ermittelt. Das Ergebnis:Salzgitter Flachstahl hat Ende 2015 die Emissionen in der Logistik gegenüber 2006 um 12,2% reduziert; und das bei strukturellen Verschiebungen wie z.B. einem starkem Zuwachs im Überseeverkehr.
 

Und schon steht der nächste große Schritt bevor: im  Mai 2015 vereinbarte die Salzgitter Flachstahl mit der Deutschen Bahn, dass ab 2017 die gesamten Erztransporte von Hamburg nach Salzgitter, immerhin über sechs Millionen Tonnen pro Jahr, zu mindestens 40% mit klimaneutral erzeugtem Strom transportiert werden.
 
Die Logistik der Salzgitter Flachstahl setzt damit konsequent den eingeschlagenen Kurs systematischer Maßnahmen zur Transportoptimierung bei gleichzeitiger Reduzierung der CO2-Emissionen fort – eben: lean und green.