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Kaltgewalztes Feinblech

Vormaterialherstellung für Feinblech

Für jede Stahlsorte sind bereits die Verarbeitungsbedingungen der jeweiligen metallurgischen Vorstufen bei der Rohstahlerzeugung entscheidend. Stahl wird bei Salzgitter Flachstahl über die Verfahrenskette Hochofen, Sauerstoffaufblasverfahren und Strangguss hergestellt. Diese fortschrittliche und leistungsstarke Verfahrenstechnik stützt sich ab auf eine voll integrierte Energieversorgung. Koks und Strom werden in den hütteneigenen Betriebsteilen Kokerei und Kraftwerk erzeugt. Durch eine ausgefeilte Energieverbundwirtschaft werden die anfallenden Kuppelenergien energiesparend den hüttenmännischen Prozessen wieder zugeführt.

Der Stahl wird im Stahlwerk Salzgitter in drei 220t-LD-Konvertern nach dem Sauerstoffaufblasverfahren kombiniert mit moderner Bodenspültechnik erschmolzen. Daran schließt sich eine Nachbehandlung des Stahls in einem pfannenmetallurgischen Zentrum an. Dort erfolgen Feinlegierung, Feinentschwefelung und Vakuumbehandlung. Der Flachstahl von Salzgitter Flachstahl wird zu 100 Prozent nach dem Stranggussverfahren vergossen. Die zwei Kreisbogen- und die Senkrecht-Abbiegeanlage entsprechen mit moderner Zweistoffkühlung, Strangführung mit geringsten Rollenabständen und mehreren Biegepunkten dem neuesten Stand der Technik.

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Feinblechqualitäten

Das Feinblech aus Salzgitter zeichnet sich aus durch:

  • Gute Kaltumformbarkeit
  • Hohe Oberflächenqualität mit besonderer Eignung für die Oberflächenveredelung
  • Gute Schweißbarkeit
  • Gute Bandebenheit
  • Enge Abmessungstoleranzen

Zum Herstellungsprogramm gehören kaltgewalzte Zieh-, Tiefzieh- und Sondertiefziehfeinbleche, darüber hinaus Baustahl und Feinkornbaustahlsorten sowie Stähle für die Emaillierung. Für besondere Anforderungen werden spezifische Problemlösungen angeboten.

Großer Wert wird auf Kundennähe gelegt. So wurde in enger Abstimmung mit den weiterverarbeitenden Industrien eine ganze Reihe neuer Stahltypen für besondere Einsatzzwecke entwickelt. Nicht zuletzt auf diese ausgeprägt anwendungsbezogene Stahlentwicklung ist es zurückzuführen, dass Feinbleche von Salzgitter Flachstahl über optimale Gebrauchseigenschaften verfügen und als hochwertige Qualitätsprodukte anerkannt sind.

Mit dem Einsatz von Feinblech ergeben sich aus der Vielzahl der möglichen Verwendungszwecke hohe und zum Teil sehr unterschiedliche Werkstoff-Anforderungen. Ein hoher Qualitätsstandard kann nur durch Beherrschen der qualitätsbestimmenden Fertigungsparameter erreicht werden. Um sie je nach Anwendungsfall und Kundenanforderung an das Produkt im gesamten Fertigungsweg sicherzustellen, ist ein über alle Prozessstufen wirkendes integriertes Qualitätsmanagement-System eingesetzt. Es beginnt bereits im Stahlwerk, wo durch die Analysenvorgabe die für den Werkstoff geforderten Eigenschaften festgelegt werden. Und es setzt sich mit einer detaillierten Abstimmung der nachfolgenden Walz- und Wärmebehandlungsschritte fort.

Feinblechherstellung

Salzgitter Flachstahl ist den gestiegenen Anforderungen der Verbraucher an bessere Feinblechqualitäten durch stetige Modernisierung und Verbesserung der Verfahrenstechnologie fortlaufend gefolgt. Bereits kurze Zeit nach Inbetriebnahme des Kaltbreitbandwalzwerkes wurde die Weiterentwicklung eingeleitet. Die Ausbau- und Modernisierungsprogramme der 70er-Jahre zielten auf eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei höherer spezifischer Leistung sowie auf eine Verbesserung der Feinblechqualität und der Arbeitsplatzbedingungen. Der Schwerpunkt der Großinvestitionen der 80er- und 90er-Jahre lag auf dem Gebiet der Qualitätsverbesserung. Die Fertigung im Kaltbreitbandwalzwerk erfolgt über Beize, Tandemstraße, Glüherei, Dressierstraße sowie Spalt- und Inspektionslinien.

Beizen

In der Konti- und der Schubbeize wird das Band beim Durchlaufen durch ein Säurebad vom Zunder befreit.
Zum besseren mechanischen Aufbrechen der Zunderschicht ist in der Kontibeize eine Streckbiegemaschine vor dem chemischen Behandlungsteil angeordnet. Die neu installierte Turbulenzbeize mit Flachbecken reduziert in der Kontibeize den Energiebedarf um 20 % und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcen- Schonung. Durch den neuen Spülteil und die Installation eines neuen Prozessrechner- und Optimierungssystems wurde die Qualität des gebeizten Bandes hinsichtlich Oberflächensauberkeit und -beschaffenheit weiter verbessert. Beide Beizen sind mit elektrostatischen Einölmaschinen ausgerüstet. Die Schubbeize verfügt über ein Dressiergerüst für Dicken bis 7,0 mm.

Tandemstraße

Kernstück des Kaltwalzwerkes ist die 5-gerüstige Tandemstraße. Das gebeizte Band wird hier in einem Durchgang auf Enddicken zwischen 0,35 und 3,0 mm gewalzt. Dabei werden Endwalzgeschwindigkeiten bis zu 90 km/h erreicht. Die ersten vier Gerüste sind in Vierwalzen-, das fünfte in Sechswalzenbauart ausgeführt.

Diese Anlagenausführung gewährleistet in Verbindung mit einer im geschlossenen Regelkreis arbeitenden Dicken- und Bandebenheitsregelung eine wesentliche Verbesserung von Bandebenheit und Profilkonstanz unter Einhaltung kleinstmöglicher Dickentoleranzen. Das Bandprofil wird dabei von einer Messrolle kontrolliert. Ein Prozessrechner verarbeitet die Messdaten der gesamten Walzstraße und steuert Walzspalt und Bandprofil über hydraulische Walzenanstellung mit Hilfe von Arbeits- und Zwischenwalzenbiegung, Verschieben der Zwischenwalzen und Steuerung der Walzenkühlung.

Mit dieser in Salzgitter gewählten Regelkonzeption lässt sich das Bandprofil in einem weiten Bereich wirkungsvoll beeinflussen. Neben der guten Bandplanheit wird die Oberflächensauberkeit des Kaltbandes durch einen getrennten Walzemulsionskreislauf für das fünfte Gerüst verbessert.

Glüherei
Ergebnisse zur Oberflächensauberkeit nach dem Glühen

Nach dem Kaltwalzen wird das Band geglüht, um die durch das Kaltwalzen hervorgerufene Verfestigung des Werkstoffes zu beseitigen.

Auch in dieser Verarbeitungsstufe trägt Salzgitter Flachstahl den gestiegenen Anforderungen der Kundschaft Rechnung.

Mit Hochkonvektionsöfen werden die Gleichmäßigkeit der Werkstoffeigenschaften und die Oberflächensauberkeit optimal eingestellt.

Dressierstraße und Adjustage

Die geglühten Bänder gelangen anschließend zu der Dressierstraße. Hier wird bei sehr geringen Verformungsgraden von ca. 0,5 % bis 2,0 % mit aufgerauten Walzen nachgewalzt und eine definierte Oberflächenrauheit auf die Blechoberfläche aufgebracht. Hier kommt das innovative Pretex®verfahren zur Anwendung. Dadurch werden nachfolgende Umformungen sowie die Haftfähigkeit von Lackierungen und Beschichtungen verbessert.

Die 2-gerüstige Dressierstraße verfügt über hydraulische Anstellungen und automatische Dressiergradregelungen.

Dabei wird der Nachwalzgrad über Umlenkrollen gemessen, die vor und hinter dem Dressiergerüst angeordnet sind. Die damit verbundene automatisch arbeitende Druck- und Walzkraftregelung sichert einen konstanten Nachwalzgrad über die ganze Bandlänge. In der Adjustage des Kaltwalzwerkes stehen moderne Bandspalt- und Inspektionslinien. Hier werden die Bandkanten besäumt oder die Bänder auf Bestellbreite längsgeteilt, gekennzeichnet und zum Korrosionsschutz elektrostatisch eingeölt. Zu diesem Zweck werden fein zerstäubte, ionisierte Ölpartikel in gut regulierbarer Schicht gleichmäßig auf dem Band abgeschieden. In den Adjustagelinien kann mit Hilfe der effizienten Preplap-Quernahtschweißung oder auch einer Lasernaht das Coilgewicht der Bestellgröße angepasst werden. Salzgitter Flachstahl liefert Coilgewichte bis 32 t.

Anlagenübersicht
Kaltwalzwerk und Oberflächenveredelung
Kaltwalzwerk
Beizlinien
Kontibeize

HCl-Beizlösung
Bandbreite: 900 - 1.880 mm
Banddicke: 1,5 - 6,0 mm
max. Beizgeschwindigkeit: 260 m/min

Schubbeize
HCl Beizlösung
Bandbreite: 900 - 1.550 mm
Banddicke: 1,5 - 12,5 mm
max. Beizgeschwindigkeit: 90 m/min

Walzanlagen
Gerüste
Antriebsleistungen
Ballenlänge
Bandbreite
Banddicke
max. Walzgeschwindigkeit
KW
mm
mm
m/min
Tandemstraße
4 Quartos/ 1 Sexto
29400
2030
900-1880
0,35 - 3,0
1425
Dressierstraße 3
2 Quartos
2 x 1000
2030
900 - 1880
0,3 - 3,5
1500

Die Walzstraßen sind ausgerüstet mit: hydraulischen Anstellungen, Walzenbiegeeinrichtungen, Prozessrechnern, Dicken und Ebenheitsregelung, automatischer Dressiergradregelung, Walzenschnellwechseleinrichtungen.

Glüherei

moderne Hochkonvektions- Haubenglühöfen

Adjustagelinien

1 Bandspalt- und 2 Umwickelanlagen mit Bandbreiten von 40 - 1.850 mm, max. Bundgewicht: 32 t, elektrostatische Einölung.

Oberflächenveredelung von Feinblechen

Die Versorgung der Oberflächenveredelungsanlagen mit hochwertigem Vormaterial erfolgt durch das Kaltwalzwerk Salzgitter.
Oberflächenveredeltes Feinblech – Salzinc® – ist ein Verbundwerkstoff, der die günstigen Eigenschaften verschiedener Werkstoffe vereint, nämlich des Grundwerkstoffes Stahl und der verschiedenen Beschichtungsmaterialien, wie Zink, Speziallegierungen, Lacke, Kunststoffe und Folien.

Die günstigen Eigenschaften von Feinblech hinsichtlich

  • seiner Festigkeit,
  • seines Kaltverformungs- und Elastizitätsverhaltens sowie
  • seiner Schweißbarkeit

werden durch die korrosionsschützende Wirkung der Beschichtungsmaterialien wirkungsvoll ergänzt und damit seine Einsatzmöglichkeiten wesentlich erweitert. Die Vielfalt oberflächenveredelter Feinblechprodukte ist sehr groß. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die verschiedenen Verzinkungsverfahren. Zink gewährt einen hohen Korrosionsschutz, der selbst nach Beschädigungen von Decklack und Zinkschicht z. B. eines Karosserieteils wirksam bleibt. An der beschädigten Stelle bildet sich eine Schutzschicht. Dieser Selbstschutz beruht auf einer elektrochemischen Reaktion zwischen Eisen und dem unedleren Zink. Rostunterwanderungen von Lackierungen werden durch verzinktes Blech langzeitig verhindert.

Oberflächenveredelungsanlagen
Bandbreite
Banddicke
max. Behandlungsgeschwindigkeit
mm
mm
m/min
Feuerverzinkung
900 - 1850
0,4 - 4,0
185
Elektrolytische Verzinkung
900 - 1850
0,5 - 2,0
180
Bandbeschichtung
900 - 1850
0,4 - 2,0
120

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