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Energie der Zukunft

27.06.18
Die fünf Kraftwerk-Kamine sind ein Wahrzeichen Salzgitters
Bild des Kraftwerks und weiterer Anlagen im Kornfeld

Höherer Wirkungsgrad, weniger CO2, größere Unabhängigkeit: Es gab gute Gründe für die Salzgitter Flachstahl, ihr 70 Jahre altes Kraftwerk und das Stromversorgungsnetz 
grundlegend zu erneuern.

Bevor ein Unternehmen wie die Salzgitter AG eine dreistellige Millionensumme in die Hand nimmt, werden Alternativen zu einer solchen Investition gründlichst durchgerechnet und debattiert. Bei der umfassenden Erneuerung des Kraftwerks am Standort Salzgitter waren sich aber alle Experten schnell einig: Das lohnt sich! Die Investition würde den Wirkungsgrad des Kraftwerks von 30 auf 40 % steigern und die Abhängigkeit von externen Energieunternehmen verringern.

Und so entstanden ab 2006 als wichtigste Großaggregate zwei neue Kraftwerksblöcke mit je knapp 100 MW elektrischer Nettoleistung, nachdem vorher bereits ein alter Turbogenerator durch einen neuen ersetzt worden war. Parallel dazu wurde das Stromversorgungsnetz der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) bis 2010 grundlegend erneuert. Michael Bock, Leiter der Energiebetriebe der Salzgitter ­Flachstahl GmbH, sagte anlässlich der Inbetriebnahme: „Aufgrund des verbesserten Wirkungsgrades erzeugen wir mit dem Kraftwerk 350.000 MWh im Jahr zusätzlich – Strom, den wir zuvor extern hinzu­kaufen mussten.“ Dadurch rechnet sich das Projekt für das Unternehmen nicht nur – es dient auch der Umwelt. „Da der Strom bei der SZFG praktisch vollständig aus bei der Stahlherstellung erzeugten Kuppelgasen gewonnen wird, welche aus Kokerei, Hochofen und Stahlwerk stammen, sparen wir mit der Verminderung des Fremdstrombezugs im erheblichen Umfang CO2 ein: Gerechnet gegen den bundesdeutschen Energiemix sind dies rund 200.000 t CO2 je Jahr“, sagt Dr. Jens Traupe, der Leiter der Umweltschutz- und Energiepolitik der Salzgitter AG.

Das alte Kraftwerk war 1940 ans Netz gegangen und seitdem mit seinen fünf Kaminen zu einem Wahrzeichen Salzgitters geworden. Inzwischen steht es längst unter Denkmalschutz. Doch natürlich war das Kraftwerk im Laufe der Jahrzehnte immer wieder modernisiert worden. Das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu ist nirgends deutlicher wahrzunehmen als in der Netz­kommandostelle: Bis zur Inbetriebnahme der futuristischen neuen Zentrale war nebenan noch die 70 Jahre alte Leitstelle in Betrieb, die mit ihren Instrumenten und Anzeigen eher an Stummfilme wie „Metropolis“ denn an eine Kommandozentrale des 21. Jahrhunderts erinnerte. Aber sie funktionierte bis zum Schluss tadellos.
Das Kraftwerk ist der Motor des Standortes Salzgitter. Nach der Inbetriebnahme der neuen Kraftwerksblöcke betrug die gesamte in der Stadt Salzgitter produzierte Strommenge rund 1,2 Mio. MWh – damit könnte man eine Großstadt wie Braunschweig mit 250.000 Einwohnern versorgen.
Fast noch wichtiger als die Stromerzeugung ist für die Energiegewinnung die Produktion von Prozessdampf für die Antriebe der Hochofen-Windgebläse, die Vakuumanlagen im Stahlwerk und die Gassauger in der Kokerei. Insgesamt werden rund 1,5 Mio. t Dampf pro Jahr so energetisch verwertet. Obendrein versorgt das Kraftwerk die Stadt Salzgitter mit Fernwärme.

Im Rahmen der Investitionen wurde auch das 70 Jahre alte Stromversorgungsnetz der ­Salzgitter Flachstahl GmbH grundlegend erneuert und auf 110 kV umgestellt. Henning Schmidt, Chef des Kraftwerks, nennt die Vorteile der Maßnahme: „Diese sind geringere Stromumwandlungsverluste durch moderne Transformatoren sowie eine größere Stabilität des Netzes.“

Ein rundum positives Fazit der Investitionen zieht Ulrich Grethe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl und Mitglied der Konzerngeschäftsleitung: „Durch die Erneuerung von Schlüsselaggregaten und des Stromverteilnetzes wurde ein zukunftsweisender Weg eingeschlagen, der die Abhängigkeit von externen Energieversorgungsunternehmen verringert und wirtschaftliche Ziele ermöglicht, die ohne diese Maßnahmen undenkbar gewesen wären.“

© Salzgitter Flachstahl GmbH
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