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Verzinkungskategorien: Bedeutung und Anwendung für das Stückverzinken

14.10.20

Aus Korrosionsschutzgründen wird Stahl oft feuerverzinkt. Hier kann man zwischen kontinuierlicher Bandverzinkung und Stückverzinkung unterscheiden. Grundsätzlich lassen sich alle gängigen Baustahlsorten durch Stückverzinken vor Korrosion schützen.
Beim Stückverzinken werden Stahlteile durch Eintauchen in eine ca. 450 °C heiße Zinkschmelze mit einem Zinküberzug versehen. Beim Herausziehen der Bauteile aus dem Zinkbad überzieht sich der Stahl mit einer Zinkschicht. Durch das Reagieren mit dem im Stahl befindlichen Eisen entstehen Eisen-Zink-Legierungsschichten, über die sich eine Reinzinkschicht legt. (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Querschliff feuerverzinkten Materials
Foto eines Querschliffs durch feuerverzinktes Material

Beim Stückverzinken kann das Aussehen und die Dicke des Zinküberzugs durch die chemische Zusammensetzung des Stahls beeinflusst werden. Insbesondere haben der Silizium- und Phosphorgehalt einen erheblichen Anteil an der Ausbildung des Zinküberzugs, weil diese Elemente die Rektionsgeschwindigkeit von Eisen mit Zink beeinflussen.
Zur einfacheren Unterscheidbarkeit wurden für das Stückverzinken bzw. Schmelztauchverzinken der Stähle vier Kategorien (siehe Tab. 1) entsprechend der chemischen Zusammensetzung festgelegt.

 

Kategorie Elementgehalte gemäß DIN EN 10025
A Si ≤ 0,03 % und Si + 2,5 x P ≤ 0,09 %
B 0,14 % ≤ Si ≤ 0,25 %
C 0,03 % < Si < 0,14 % (nicht normativ benannt)
D 0,25 % < Si ≤ 0,35 %

Tab. 1: Verzinkungskategorien in Anlehnung an DIN EN 10025-2

Die Hauptvertreter bei den zur Stückverzinkung vorgesehenen Stählen entsprechen den Kategorien A und B. Diese stechen meist durch einen silbrig-glänzenden Zinküberzug und geringere Schichtdicken hervor. Zinküberzüge mit matt-grauem Aussehen und höherer Schichtdicke werden bei Stählen der Kategorie C und D erreicht. Aufgrund der höheren Schichtdicke ist die Schutzdauer länger. Allerdings kann durch die extrem hohen Schichtdicken die Haltbarkeit der Oberfläche gegenüber Beschädigungen beim Gebrauch verringert sein.

In der DIN EN ISO 14713 sind die Grundlagen, Bedingungen und Empfehlungen für Zinküberzüge zum Schutz von Eisen- und Stahlkonstruktionen ausführlich beschrieben.

Entsprechend den Anforderungen und der Verwendung sind die technischen Lieferbedingungen für Stähle für das Stückverzinken zwischen dem Besteller und dem Stahlhersteller zu vereinbaren.

Die Salzgitter Flachstahl GmbH stellt mit den Baustähle gemäß DIN EN 10025 die entsprechenden Stahlsorten der Verzinkungskategorien A und B zur Verfügung.

© Salzgitter Flachstahl GmbH
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