Schnelle und anforderungsgerechte Betriebsanalytik in den Chemischen Laboratorien der Salzgitter Flachstahl

20.01.2021 | Artikel der Salzgitter Flachstahl GmbH


Eine andere zeitlich verbesserte Analysenmethode ist die automatisierte Bestimmung des Anteils an Asche und flüchtigen Bestandteilen in Kokskohlen. Diese Bestimmungen werden für den Verkokungsprozess in der Kokerei zeitnah benötigt. Durch eine automatisierte Anlage können in diesem Fall bis zu 29 Proben gleichzeitig untersucht werden. Früher mussten die Proben nacheinander manuell bearbeitet werden. Damit stehen nun die benötigten Analysenparameter deutlich schneller bereit.
Auch für die Untersuchung des Ölgehaltes und des Eintrags von Fremdölen (Verseifungszahl) in die Walzemulsion des Kaltwalzwerkes konnte die Analytik deutlich beschleunigt werden. Wurde früher der Ölgehalt der Emulsion gravimetrisch bestimmt und musste die Verseifungszahl in einer chemischen Reaktion aufwendig ermittelt werden, liegen inzwischen diese Parameter infrarotspektroskopisch gemessen nach der Extraktion des Öles bereits nach ca. 30 Minuten vor.
Eine vierte Methode ist in der Lage, innerhalb von wenigen Minuten nach Einpressen einer unbekannten Probe mit unbekanntem Gewicht in feste Borsäure eine halbquantitative Analyse zu erstellen.  In vielen Fällen ist diese schnelle Analyse für eine Identifizierung des Stoffes, z. B. eine Aussage über Ablagerungen in Rohren, ausreichend.
Diese Beispiele zeigen, dass durch eine schnelle Betriebsanalytik den gestiegenen zeitlichen Ansprüchen an Analysendaten Rechnung getragen wird. Die moderne Analytik verbessert so die Prozesssteuerung und damit auch die Qualität der erzeugten Produkte.

Für die Bereitstellung von Analysendaten für die Prozesssteuerung in den verschiedenen Betriebsbereichen der Salzgitter Flachstahl sind die zeitlichen Anforderungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Reichte es vor wenigen Jahren noch, erst nach Stunden oder Tagen Analysenparameter bereitzustellen, so werden heute Daten sehr viel früher benötigt, um Prozesse enger zu steuern. Das hat sich vermehrt in den verwendeten Prüf- und Analysenverfahren der Chemischen Laboratorien niedergeschlagen, z. B. wurden   verschiedene Analysenmethoden automatisiert.  Anhand von vier Beispielen aus der Betriebsanalytik - früher und heute - soll dieses illustriert werden.
Legierungsmittel für die metallurgische Behandlung im Stahlwerk werden nach Anlieferung mit dem Schiff oder LKW beprobt und nach entsprechender Probenaufbereitung im Labor analysiert. Wurde hier früher die Probe in einem längeren Prozess in Säure gelöst und an einem Spektrometer analysiert, wird seit einigen Jahren die Probe zu einer Borattablette aufgeschmolzen und mit Röntgenstrahlung analysiert. Dadurch ist die Bereitstellung der Zusammensetzung des Legierungsmittels einschließlich der mechanischen Proben-aufbereitung an nur einem Tag möglich.